3.7. Monitoring#

Atemfunktion
  • Pulsoxy: Absorption des Lichtes von Oxyhämoglobin, moderne Geräte haben auch Wellenlängen für CO-Hb und Met-Hb. CO-Hb oder Met-Hb wird falsch als O₂-Hb gemessen = falsch hoch; Bei sehr niedrigem Hb oder RR unverlässliche Werte. (Ähnlich INVOS cerebral Oxymeter)

  • Kapnometrie: Nebenstrommessung oder Hauptstrommessung am Tubus; Tubuskonektor mit Farbänderung für Notfallmedizin, sicheres Intubationszeichen.

  • BGA

Kreislauf
  • EKG mit ST-Streckenanalyse (HW: II+III, VW: I,V5), Rhythmus (Brady/Tachyk., VES, SVES,…)

  • Relaxometrie: TOF

  • NIBP (oszillometrische Technik)

  • Arterie zur invasiven Blutdruckmessung: kontinuierlich, hohe Messgenauigkeit auch bei niedrigen Drücken, hämodyn. Auswirkung von Rhythmusstörungen, VIGILEO (Pulskonturanalyse), BGA, Volumenstatus (Swing); (Druckumwandler) Resonanz < 40Hz wird die Blutdruckwelle überlagert; Dämpfung durch zu langes, weiches System Druckwellenweiterleitung behindert.

  • ZVK: für ZVD, Katecholamine, parenterale Ernährung (hyperosmolar), HF-Katheter, DialyseKath, zahlreiche Medikamente. Lage: V. Jugolaris, Subclavia, Femoralis; Lagekontrolle: 2cm vorm RH, bzw. 3 ICR, nicht tiefer als Carina. Risiko: Pneumothorax, Nervenplexusläsion mit Horner, Phrenicusparese, Plexus brachialis Läsion), Thrombose, Infektionen, Abflusshindernis (ICP!)

  • ZVD = Druck ist nicht Volumen! Gute Korrelation zum intravalen Volumen und myokardialer Funktion ist nur beim Gesunden! (Für die Prüfung ZVD-Kurve in Gegenüberstellung zum EKG und zur Pulswelle zeichnen! + Pathologische ZVD-Kurven bei TI, TS, Tamponade, VHF!) PAK, Vigileo, CardioQ, PICCO, TEE

3.7.1. Pulmonalarterieller Katheter PAK (Monitoring VIGILANCE):#

Ind

intraoperatives Monitoring in der Herzchirurgie, bei Schock, Sepsis, schweres HF → Ziel ist Normovolämie mit ausreichendem Sauerstoffangebot.

Kontraind

Gerinnungsstörung, Herzrhythmusstörungen, TI, PS, Vorhofthrombus Setzen:

  • Ballon in der V. cava sup. aufblasen und vorschieben bis zur Wedgeposition, Ballon ablasen (Wedgeposition darf nur wenige Sekunden bleiben, kompletter Verschluss der PA mit PE!)

  • Prüfung: Druckkurve beim Setzen des PAK aufzeichen (re VH – re Ventrikel – PAP – Wedge – PAP) PAK liegt in Zone 3 (maximaler Blutfluss).

Komplikationen

Pulmonalarterienruptur, Arrhythmien (SVES + VES häufig), Thromben am Katheter, Endokardläsion, Infektion va. ab 4 Tag, Lungeninfarkt bei Dauerwedge.

Messungen PAK
  1. Druck im rechten VH (5 mm Hg), PA (MAP 15) und indirekt über Wedge im linken Vorhof (MAP 9) = Druckparameter

  2. HZV/CO mit Thermodilutionsmethode 4-8 l/min: Fläche unter der Kurve ist umgekehrt proportional zum HZV; Fehlerquellen: Messung muss endexpiratorisch sein, Injektat 20° + 10 ml in 2-4 sec., + TI, Shunts, Arrhythmien. (CI = 2,5-4 l / min / m²)

  3. CCO Continous Cardic Output mit thermischen Filament kontinuierliche Messung, optisches Modul misst SvO₂ (oder BGA) 70-75%

    SV = 60-90ml, SVR 900-1400, PVR 150-250

Prüfung:

Nenne 10 Parameter des PAK!

ZVD, Druck re Vorhof, Druck rechter Ventrikel, PAP, PCWP, CO, SVI, SVRI, PVRI, SgVO₂, DO₂, VO₂

Klinische Bedeutung
  • Erniedrigter ZVD/PCWP = Volumenbedarf

  • Erniedrigtes HZV = Volumen und Katecholaminbedarf

  • Erniedrigte VO₂ = Volumenbedarf

3.7.2. PICCO = Pulse Contour Cardiac Output#

Misst volumetrische Parameter, welche zur Einschätzung des Volumenstatus besser geeignet sind.

Die Fläche unter dem systolischen Teil der Pulskurve bis zum Schluss der Aortenklappe (Inzisur) entspricht dem SV. HZV/CO = SV x HF

Mit der Thermodilutionsmethode wird die Messung des HZV geeicht und die Flüssigkeitsvolumina berrechnet:

  • Vorlastparameter: globaler enddiastolischer Volumen Index GEDI + ITBV intrathorakales Blutvolumen

  • Flüssigkeitsstatus/volumen: SVV Schlagvolumenvarianz und PPV Pulsdruckvariation (kontrolliert beatmet, regelmäßiger Rhythmus)

  • Nachlastparameter: SVRI systemischer Gefäßwiderstand Kontraktilität des linken Herzens: dpmax

  • Lungenödem: ELWI extravaskuläre Lungenwasser 3,0-7 + PVPI pulmonalvaskuläre Permeabilitätsindex 1,0-3,0 (Capillarleak? Oder Hydrostatisches Ödem?)

  • Mikrozirkulation/Oxygenierung: ScvO₂ , DO₂ (errechnet aus HZV, Hb, SaO2), VO₂ (errechnet aus HZV, Hb, SaO₂ – ScvO2)

Um bei Hypovolämie unterscheiden zu können ob ein Flüssigkeitsmangel, Vasodilatation oder fehlende Inotropie das Problem ist, muss der PICCO geeicht werden um aktuelle Werte zu erhalten.

SVV

der positive Druck der Beatmung wirkt sich umso mehr aus, je geringer der Druck im Ventrikel ist und dagegenwirkt („leerer Ventrikel“).

dPmax

indirekte Messung über die Steilheit des Druckanstiegs in der Aorta

GEDV

das globale enddiastolische Volumen sollte zum SV in Beziehung gesetzt werden (Frank Starling Mechanismus)

Vorteile des PICCO

wenig invasiv, wenig Komplikationen, kontinuierliche HZV-Messung, GEDV besser als ZVD (Volumen vs. Druckmessung), ITBV korreliert gut mit SVI und CI

Nachteil

Vitien beeinflussen die Ergebnisse; SVV nicht messbar bei spontaner Atmung und Vorhofflimmern.

Gemischt venöse Sättigung SgVO₂ = 20-25% niedriger als SaO₂; sie ist erhöht bei hyperdynamen Zustandsbild mit erhöhtem HZV, bei weniger Ausschöpfung (Schock, MOF) und bei guter Sedierung (weniger VO₂).

DO₂ = HZV x Hb x SaO₂ x 1,34 x 10 = normalerweise 750 ml / min / m² ; der kritische DO₂ liegt bei 300 ml / min / m²

VO₂ beträgt in Ruhe 3 ml / min / kg

CeVOX

kontinuierliche ScvO₂-Messung über einen Standard-ZVK mit CeVox-Sonde.

LIDCO

Transpulmonales Dilutionsverfahren mit Lithiumchlorid als Indikator, HZV, SV, SVV, PPV

VIGILEO

Pulskontur HZV-Messung

CardioQ

Ösophageale Dopplersonde (Aorta descendens Kurve): Vorteil keine Arterie, kein ZVK

CNAP

continous Non invasiv Arterial Bloodpressure mit Doppelfingermanchete

3.7.3. TEE transösophageales Echo:#

Ist die einzige verlässliche Methode zur Beurteilung des Füllungszustandes/ Volumenstatus des Herzens. Es sind 2 Schnitte einzustellen:

  1. Transgastrische kurze Achse mit Querschnitt durch den linken Ventrikel (Füllung, Kissing endocards, Wandbewegungsstörungen, Kontraktilität)

  2. Vier-Kammer-Blick (mittösophageal)

Kontraktilität, Klappenmorphologie werden ebenfalls beurteilt.